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Das Denkmal

im Heidedorf Schwalingen

August Adolf Gebers * 24.September 1889     2.September 1916       Neubauer “Kröger”, Schwalingen No.24 
Schwalingen im Sommer 1916.

Vorgeschichte

Seit 1872 ist die Familie Gebers auf der Neubauerstelle "Kröger" zu Schwalingen No.24 ansässig. Johann Wilhelm Gebers, nachgeborener Sohn vom Halbhof "Hinz" zu Schwalingen No.20, gründet in diesem Jahr auf dieser Hofstelle mit Anna Sophia Behnemann seine Familie. Nach ihrem frühen Tod heiratet er im Jahre 1882 seine 2.Ehefrau, Anna Maria Baden, Häuslingstochter aus Brochdorf. Als letztes Kind dieser Ehe und jüngster Sohn kommt am 24.September 1889 August Adolf zur Welt. Wenige Tage vor August Adolf Gebers' 9.Geburtstag, am 17.September 1898 stirbt sein Vater Johann Wilhelm Gebers im Alter von 60 Jahren. Bald darauf, im April des Jahres 1900, stirbt seine Mutter Anna Maria, geborene Baden, mit 51 Jahren. August Adolf Gebers ist 10 Jahre alt und Vollwaise.  Im Krieg Nach den Erfolgen gegen den russischen Gegner an der Ostfront im Kriegs- jahr 1915 verlegt die deutsche Heersleitung ihren Kriegsschwerpunkt im folgenden Jahr 1916 an die Westfront. Um zunächst die militärischen Kräfte des französischen Gegners zu erschöpfen, konzentriert die deutsche Heeresleitung  die Anstrengungen der Armeen vor allem in den Angriffsschlachten bei Verdun.   Zur Entlastung des im deutschen Angriff an der Front bei Verdun in Bedrängnis geratenen französischen Alliierten eröffnet die russische Heeres- leitung Anfang Juni 1916 an  der südöstlichen Ostfront eine groß angelegte Offensive: Der Beginn der "Brussilow-Offensiven", die bis zu ihrem Ende im Herbst 1916 die Kriegsgegner an dieser Front 2 Millionen gefallene, verwundete oder gefangene Soldaten kosten. Die österreich-ungarischen Divisionen an der südöstlichen Front werden im ersten russischen Angriff überrannt. Auf einer Länge von 300 Kilometern dringen die russischen Truppen bis zu 80  Kilometer tief hinter die Frontlinie vor, der größte Schlachtensieg des russischen Heeres im 1.Weltkrieg. Nahezu zeitgleich, Ende Juni 1916, eröffnet das englische Expeditionskorps an der nördlichen Westfront mit einem enormen Aufgebot an Soldaten, Waffen und Material die "Schlacht an der Somme". In aller Eile reagiert die deutsche Heeresleitung auf den Einbruch der russischen Armeen an der Ostfront. An der nördlichen Ostfront werden deutsche Einheiten zur Unterstützung des österreich-ungarischen Heeres im Süden umgruppiert. Und trotz der bedrohlichen Lage an der Westfront werden Einheiten von dort an die Ostfront verlegt, Reserven herangeholt und dort zu neuen Regimentern und Divisionen zusammengestellt. So wird auch das Reserve-Infanterie-Regiment Nr.273 Ende Juli 1916 in Ost- Galizien, in Grodek Jagiellonski westlich von Lemberg, neu aufgestellt. In ihm finden sich Einheiten aus Mecklenburg, Niedersachsen,  Sachsen und Thüringen zusammen. Unter ihnen ist auch der 27jährige Musketier August Adolf Gebers  aus Schwalingen, in der 2.Kompagnie des Regimentes. Das Reserve-Infanterie-Regiment Nr.273 wird der ebenfalls hier neu aufge- stellten 197.Reserve-Division unterstellt, die der österreich-ungarischen 2.Armee zugeordnet ist. Schon wenige Tage später, Anfang August 1916, befindet sich die Division in Kämpfen nordwestlich von Tarnopol und dann in der "Schlacht um Lemberg", die den russischen Vormarsch zum Stillstand bringen soll. Gegen Ende August 1916 verdichten sich die Anzeichen eines erneuten russischen Angriffs auf die deutschen Verteidigungslinien. Der 197.Reserve- Division mit August Adolf Gebers ist ein Frontabschnitt zwischen Zborów und Jaroslawice zugeteilt, an der Nahtstelle zwischen der österreich-ungarischen 2.Armee und der Südarmee. Hier greifen die russischen Truppen am 31.August und 1.September 1916 massiv an und dringen tief in die deutschen Linien ein. Heftige Kämpfe entbrennen um die höchste Erhebung in diesem Gelände, die Zlota Gora. Eroberung und Rückeroberung wogen unter hohen Verlusten hin und her. Auch am 2.September 1916 versucht der russische Gegner mit massenhaftem Einsatz von Truppen, den Hügel Zlota Gora endgültig in seinen Besitz zu bringen. Wie die vorherigen, scheitert auch dieser Angriff an der nicht nachge-benden Abwehr der Soldaten der 197.Reserve-Division. Am Abend dieses Tages wird der Musketier August Adolf Gebers von dem Führer der 2.Kompagnie des Reserve- Infanterie-Regimentes Nr.273 als vermisst gemeldet. Wenige später stellt sich als Gewissheit heraus: Der Musketier August Adolf Gebers ist in den Kämpfen um die Zlota Gora am 2.September 1916 gefallen,  drei Wochen vor seinem 28.Geburtstag.
Deutsche Verlustliste September 1916
Die Neubauerstelle “Kröger”, Schwalingen No.24, um 1900
Die Ostfront in Galizien Anfang September 1916
Die 197.Reserve-Division an der Ostfront bei Zborów in Galizien, Anfang September 1916
Deutsche Verlustliste März 1917
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