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Das Denkmal

im Heidedorf Schwalingen

Heinrich Christoph Friedrich Heitmann * 22.April 1882     25.April 1916       Neubauerstelle “Voges”, Schwalingen No.42  
Schwalingen im Herbst 1914.

Vorgeschichte

Zwei Monate nach der Heirat seiner Eltern kommt Heinrich Christoph Friedrich in Schwalingen in der Häuslingsfamilie Heitmann zur Welt, am 22.April 1882. Sein Vater Johann Heinrich Dietrich Heitmann ist gebürtig in Hötzingen bei Soltau und in dieser Zeit Dienstknecht in Schwalingen. Seine Mutter ist Schwalingerin - Anna Catharine, geborene Röhrs. Sie ist eine Tochter von Hinrich  Christoph Röhrs, Vollhöfner auf dem "Schnier-Hof" zu Schwalingen No.9, und dessen 2.Ehefrau Catharine Margarethe, geborene Bremer aus Schwitschen. Die Familie Heitmann bleibt nach der Heirat und der Geburt ihres Sohnes Heinrich Christoph Friedrich als Häuslinge in Schwalingen. 6 weitere Kinder werden in der Familie geboren, 3 sterben bereits in jungen Jahren. Im Jahre 1894 erwirbt Johann Heinrich Dietrich Heitmann die Neubauerstelle Schwalingen No.42, “Voges”, wie sie in Schwalingen nach einem späteren Eigentümer heißt. Sein Erstgeborener  Heinrich Christoph Friedrich wird Landwirt und soll die Neubauerstelle später einmal erben. Heinrich Christoph Friedrich Heitmann ist 31 Jahre alt, als er am 23.Oktober 1913 die 25jährige Emma Elfriede Steinke heiratet. Sie ist zwar in Niederhaverbeck geboren, lebt aber nun in Zahrensen, wo ihre Mutter sich mit dem Pflugköthner Meyer verheiratet hat. Anfang Dezember 1913 wird Sohn Heinrich geboren. Er wird nur 3 Tage alt. Am 1 August des darauf folgenden Jahres 1914 befiehlt Kaiser Wilhelm II. die Mobilmachung des deutschen Heeres und der Marine. Alle Wehrdienstpflichtigen haben sich unverzüglich bei den Behörden zu melden: Das Deutsche Kaiserreich befindet sich als Verbündeter des Kaisserreichs Österreich-Ungarn im Krieg mit dem Kaiserreich Russland, dem Kaiserreich Frankreich und wenige Tage später auch mit dem Königreich England.

Im Krieg

Im Herbst 1914 erhält Heinrich Christoph Friedrich Heitmann von den preußischen Militärbehörden den Gestellungsbefehl zum Kriegsdienst. Nach 3 Monaten ist seine Ausbildung abgeschlossen, er ist nun frontdienstfähig. Ende Dezember 1914 wird er zum Fronteinsatz kommandiert,  an die Westfront, nach Belgisch-Flandern - Heinrich Christoph Friedrich Heitmann ist 32 Jahre alt und Wehrmann in der 1.Kompagnie des Landwehr-Infanterie- Regimentes Nr.78. Von Januar bis Ende April 1915 nimmt er an Stellungs- gefechten in den Schützengräben bei Paschendaele teil.  Dann beginnt die "Zweite Schlacht um Ypern", in der erstmals Giftgas als Kampfmittel eingesetzt wird. In den Kämpfen Ende April bis Anfang Mai 1915 wird Heinrich Christoph Friedrich Heitmann leicht verwundet. Trotz der Verwundung bleibt er bei seiner Kompagnie in den Frontstellungen. Im Frühjahr und Sommer 1915 ist Heinrich Christoph Friedrich Heitmann in der 1.Kompagnie des Landwehr-Infanterie-Regimentes Nr.78 in Französisch- Flandern in den Schützengräben der Front bei La Bassée eingesetzt. Im September und Oktober 1915 überlebt er die verlustreiche "Herbstschlacht bei La Bassée und Arras" im Artois.  Während an der Front weiter südlich-östlich die deutschen Armeen im Februar 1916 die “Schlacht bei Verdun” eröffnen, bleibt Heinrich Christoph Friedrich Heitmann in der 1.Kompagnie des Landwehr-Infanterie-Rgimentes Nr.78 auch in den folgenden Monaten in diesem Frontabschnitt im Artois im Stellungskrieg.  Hier unternimmt der englische Gegner im Frühjahr 1916 verstärkt Angriffe auf die deutsche Grabenstellungen, um die an der Front bei Verdun durch den deutschen Angriff stark in Bedrängnis geratenen alliierten französischen Truppen zu entlasten. Am 24.April 1916 wird Heinrich Christoph Friedrich Heitmann in der Grabenstellung seiner Kompagnie bei Boisleux-au-Mount, südlich von Arras, durch eine explodierende Mörsergranate schwer verwundet. Er kann geborgen werden und wird an das Feldlazarett 2 der 111.Infanterie-Division in Croisilles überwiesen, wenige Kilometer westlich von Boisleux-au-Mont. Hier stirbt der Wehrmann Heinrich Christoph Friedrich Heitmann am folgenden Tag, es ist der 25.April 1916, an den Folgen seiner Verwundung -  3 Tage nach seinem 34.Geburtstag. Seine Kameraden beerdigen Heinrich  Christoph Friedrich Heitmann am 26.April 1916 im Grab No.94 auf dem Militärfriedhof in Boisleux-au-Mont.

Nachgeschichte

Neubauer Johann Hinrich Dietrich Heitmann, der Vater von Heinrich  Christoph Friedrich, erlebt den Tod seines Erstgeborenen und Anerben nicht mehr - er starb im Juni 1915 im Alter von 56 Jahren. Die Neubauerstelle "Voges" zu Schwalingen No.42 erbt der 2.Sohn, August Friedrich Heitmann *15.12.1885. Zu Beginn der 1920er Jahre wird Heinrich Christoph Friedrich Heitmann von dem Militärfriedhof in Boisleux-au-Mont umgebettet. Sein Grab ist heute auf der Kriegsgräberstätte in Neuville-St.Vaast, nördlich von Arras, zu finden - Block 13, Grab Nr.306.
Deutsche Verlustliste Mai 1916
Die Neubauerstelle “Voges” zu Schwalingen No.42, um 1900
Deutsche Verlustliste Mai 1915
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