Richard Steinke im Zweiten Weltkrieg
aufgeschrieben nach seinen eigenen Erzählungen
Zeitzeugnisse
1943-1944
Bei den Landesschützen und Gefangenenbewachung
Meine Verwundung war verheilt, aber zum Schießen war mein Arm nicht mehr zu
gebrauchen. Ich musste mich nach dem Urlaub wieder bei meiner Einheit in Neumünster
melden. Von da sind wir abgestellt worden nach Ratzeburg. Das war eine berittene
Abteilung. Da hieß es dann nicht mehr Kompanie, da hieß das Batterie. Artillerie war das.
Da waren wir aber nur ein paar Tage. Dann wurde ich den Landesschützen zugeteilt. Ich
war zwar „KV“, kriegverwendungsfähig gestellt, kam aber wegen meiner Verwundung zu
den Landesschützen.
Zur Ausbildung kamen wir nach Trauen, das ist bei Munster da. Da waren Italiener,
Kriegsgefangene. Die waren da in einem Lager. Uns wurde beigebracht, wie das geht mit
der Gefangenenbewachung. So zwei Wochen, ungefähr, bin ich da gewesen. Dann bin ich
nach Alvern gekommen, da waren auch Italiener. Die waren beim Bauern zur Arbeit
eingesetzt.
Dann bin ich hier nach Grauen gekommen von Alvern. Ich hab‘ mich versetzen lassen.
Hauptmann Wandeloh, er war Kreisabschnittsleiter, er hatte die Aufsicht über all die Lager
hier. Eigentlich wollte ich ja nach Schwalingen (Kriegsgefangenenlager Schwalingen auf dem Saal
der Gastwirtschaft „Reuers“), aber die Stelle war besetzt und da kam ich nach Grauen, ein paar
Kilometer weiter. Da waren Russen, Kriegsgefangene.
Da in Grauen, da hab‘ ich einen abgelöst, der ist dann nach Vahlde gekommen. Der war
natürlich böse, dass ich ihn ablöste. Aber das war ja gar nicht meine Absicht, ihn
zu vertreiben.
In Grauen bei der Gefangenenbewachung, da war ich lange. Erst war ich allein
da. Dann bekam ich einen dazu und dann noch einen. Wir waren dann zu dritt
und ich war der Wachhabende. Die beiden mussten immer dahin, wo ich nicht
hinwollte. Ich hatte ja zu sagen, ha! Na ja.
Ich hab‘ auch in Grauen im Wachlokal gewohnt. Das war zwischen Nersum und
Grauen, so ein Einzelhaus, ein Putzbau. Das war das Gefangenenlager. Da lagen
immer 37, 38, auch mal 40 Gefangene. Die waren alle bei den Bauern als Helfer eingesetzt.
Ich hatte einen Dolmetscher damals. Der wohnte bei Meyer, in Nersum. Das war auch ein
Russe, der konnte gebrochen Deutsch. Er konnte übersetzen, was ich wollte und musste das
dann weitergeben.
In Grauen bin ich bis März 1945 gewesen. Und dann mussten wir uns stellen, in Wismar...
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Das Denkmal
im Heidedorf Schwalingen