Kriegsteilnehmer als Zeitzeugen
Jenseits der bekannten historischen Daten zu den Kriegen, an denen Schwalinger Männer
teilnahmen oder teilnehmen mussten, sind sie authentische Zeitzeugen. Oft wissen wir nicht viel
darüber, was sie als Soldaten im Krieg erlebt haben, meistens nur dürre, nüchterne Daten. Aber
manchmal haben sie ihre Erlebnisse aufgeschrieben oder darüber berichtet, haben Zeitzeugnisse
hinterlassen.
Die persönliche Nähe dieser Zeitzeugnisse erlaubt uns heute, die wir vom Krieg verschont
geblieben sind, einen beeindruckenden Einblick in ihr Schicksal, in die damaligen Ereignisse und
ihre Folgen... und so vielleicht auch ein tieferes Verstehen von eigenen Verwandten oder
Vorfahren, die in den Krieg befohlen wurden und des damit verbundenen Leids ihrer Familien.
Zeitzeugnisse
1792-1815
Peter Christoph Lünzmann
In der „französischen“ Zeit ist im Heidedorf Schwalingen Peter Christoph Lünzmann
Anerbe auf dem Halbhof „Born“. Zwischen seiner und der Familie Indorf auf dem Halbhof
„Johms“ in Schwalingen ist die Heirat von Peter Christoph Lünzmann mit Anne Marie
Indorf verabredet. Als sich im späten Herbst 1813 die Nachrichten mehren, dass sich auch
das Kurfürstentum Hannover gegen die französischen Besatzer erheben wird, ist zu
befürchten, dass der 22jährige Anerbe Peter Christoph Lünzmann zum Kriegsdienst
eingezogen werden könnte...
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1794-1815
Johann Christopher Witten
In der „französischen“ Zeit ist im Heidedorf Schwalingen Hinrich Wilhelm Witte
Halbhöfner auf dem „Cohrs“-Hof. Sein jüngster Bruder Johann Christopher Witten hat sich
wohl freiwillig zum Wehrdienst gemeldet, um sich an der Erhebung des Kurfürstentums
Hannover gegen die französischen Besatzer zu beteiligen. Im Juli 1814 erhält er den
Gestellungsbefehl, der ihn zu den hannöverschen Truppen ruft ...
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1850-1870
Johann Friedrich Böhling
Keine 4 Jahre sind vergangen, seit das Königreich Hannover im Krieg gegen das Königreich
Preußen unterging und zur preußischen Provinz Hannover wurde. Die Hannoveraner sind
nur ungern Untertanen des preußischen Königs. Doch als dieser im Juli 1870 dem
Königreich Frankreich den Krieg erklärt, müssen sich auch die hannoverschen Männer der
preußischen Wehrpflicht beugen. Unter ihnen ist der 20jährige Johann Friedrich Böhling
vom Brinkköthner „Menken“ in Schwalingen ...
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1881-1978
Heinrich Christoph Otto Steinke
Im Januar 1912 macht sich Heinrich Christoph Otto Steinke durch den Kauf der Schwa-
linger Neubauerstelle „Harm-Steinke“ selbstständig. Er gründet eine Familie mit Catharina
Minna Ida Schröder. Im Sommer 1914 ist er 32 Jahre alt und Vater einer Tochter, als Kaiser
Wilhelm II. die Mobilmachung anordnet: Der Erste Weltkrieg hat begonnen. Ein knappes
Jahr später befiehlt im Juni 1915 der Gestellungsbefehl Heinrich Christoph Otto Steinke von
seinem Hof und zu den Waffen. Seine Ehefrau ist im sechsten Monat schwanger ...
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1892-1961
Karl August Wilhelm Witte
In der Familie des Schwalinger Gemeindevorstehers Wilhelm Hermann Witte kommt auf
dem „Schün“-Hof Anfang Januar 1892 der älteste Sohn Karl August Wilhelm Witte zur Welt.
Er ist begeistert von Pferden und vom Reiten. Mit seinem 20.Geburtstags wird Karl August
Wilhelm Witte wehrdienstpflichtig. Doch bevor er einberufen wird, meldet er sich
freiwillig zum Militärdienst. Im Oktober 1912 tritt er bei den Husaren in Hamburg-
Wandsbek ein. Am 1.August 1914 erreicht sie der kaiserliche Mobilmachungsbefehl:
Das Deutsche Reich hat dem Kaiserreich Russland den Krieg erklärt ...
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1920-2018
Willi Richard Steinke
Im November 1920 wird Willi Richard Steinke auf der Schwalinger Neubauerstelle „Harm-
Steinke“ geboren. Er ist das fünfte Kind seine Eltern Heinrich Christoph Otto Steinke und
Catharina Minna Ida geb. Schröder. Nach der Machtübernahme der NSDAP im Deutschen
Reich im Januar 1933 wird Willi Richard Steinke wie viele seiner Jahrgangsgenossen der
Deutschen Jugend DJ eingegliedert, ab 1934 dann der Hitler Jugend HJ. Fünf Jahre später
löst 1939 der Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in Polen den Zweiten Weltkrieg aus.
1 Jahr später wird Willi Richard Steinke im Herbst 1940 zur Wehrmacht eingezogen ...
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Das Denkmal
im Heidedorf Schwalingen